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BaldMan's Mojo

63er Gibson LesPaul SG

Bestandsaufnahme

Der Sattel war fertig. Da gab es keinen Zweifel. Mit den Bünden sah es anders aus. Die sahen flach aus, hatten aber keine nennenswerten Spielspuren. Da habe ich schon Gitarren gesehen, die nach kurzer Zeit mehr Spuren hatten. (Wahrscheinlich hatten die Eigentümer einen Griff wie ein Gorilla. Man muss die Saite nicht bis auf's Holz drücken um einen Ton zu erzeugen.)

Also erstmal Bünde gemessen und mit Bundprofilen verglichen. Die waren noch gut. Ein neuer Bund für eine ältere Gibson hat 0,8mm Höhe. Bei Fender ist ein Vintage Bundstäbchen 1,27 mm hoch und ein Standard Bund ist 1,4 mm hoch . Da gilt eine eine Bundhöhe von 0,9mm als durchschnittlich verschlissen.

Beim Check mit dem Fret Rocker hat bis auf 2 Stellen nicht gekippelt. Und die waren so minimal, dass man nichts machen musste. Es gab ein paar leichte Spielspuren, aber nichts was einen sauberen Ton beeinflusst hätte. Bei der geringen Bundhöhe bin ich bei allem, was Material wegnimmt, äusserst zurückhaltend.

Bei welchem Maß ist ein Bundstab verschlissen und muss erneuert werden? Dafür gibt es kein allgemeingültiges Maß. Mit hat mal einer gesagt, wenn die Saite das Holz berührt und kein ordentlicher Ton mehr raus kommt, sind die bünde verschlissen. Das war hier aber nicht so.

Der Hals hatte 'nen ziemlichen Back Bow. Die Gitarre war auf Eb runtergestimmt. Wenn man das macht, muss man die Halskrümmung nachjustieren, da sich eine Änderung der Stimmung genauso wie ein Wechsel der Saitenstärke auf die Halskrümmung auswirkt (Saitenzugkraft). Stimmen auf E brachte aber nicht viel. Da hatte sich wohl der Vorbesitzer ausgetobt. Die Halsstabmutter war aber gut frei. Ein Fall für das spätere Setup.

Sattel

Nach dem Entfernen des Sattels sah das erstmal nicht schlecht aus. Nut von Kleberresten gesäubert, Winkel drauf. Nichts kippelte. Es gibt Gibson's, da ist die Vorderkante der Sattelnut plan mit dem Kopf. Da kann man sehr gut sehen, ob es gerade ist. Und es gibt welche, da liegt die Nut geringfügig tiefer. Da muss man sich auf sein Gefühl verlassen. Die Vorderkante der Nut war auch leicht schräg. Das passiert im Laufe der Zeit bei Wechsel des Sattels, da man den Sattel zum Kopf hin mit einem Klotz wegschlägt. Nachfeilen war ausgeschlossen, da dann die Abdeckplatte des Trussrod nicht mehr gepasst hätte.

Also erstmal ein passendes Stück Rinderknochen genommen und ab an Bandschleifer und Schleifbrett. Auf Anhieb die richtige Dicke. 4,6 mm.

Beim Einpassen kamen dann die Probleme. Der Sattel war plan (Haarlineal), aber er kippelte. Eine Hochstelle nach Gefühl zu finden dauert etwas. Am Ende war es ein winziger Kleberrest in der Ecke der Nut. Dann kam das nächste Problem. Das Griffbrett war im Laufe der letzten 60 Jahre etwas geschrumpft. Dadurch war die Nut nicht genau rechtwinklig. Lag der Sattel plan auf war zwischen ihm und dem Griffbrett ein Spalt von ca 0.5 mm. Also wieder ans Schleifbrett und die Unterseite des Sattel leicht schräg gearbeitet. Danach passte er perfekt.

Setup

Das war eigentlich nichts besonderes. Bis auf die Halskrümmung. Weil die ziemlich stark verstellt war (starker Backbow), dauerte es eine Weile. Also Krümmung und Saitenlage eingestellt. Erfreulicherweise war die 'Gitarre oktavrein. Das war's.

 

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