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BaldMan's Mojo

Marlin by Hohner SL100B

Bestandsaufnahme

Den Bass hatte ich vor ungefähr 15 Jahren mal als Projekt gekauft. Der Body hatte ein paar kleine Macken und der scharze Lack war einfach nur langweilig. Am Hals löste sich der Klarlack (das Typische - Holz schrumpft und harten Lack nicht mit). Mal mit dem Bass angefangen, aber nie weiter gemacht. Bis jetzt.

Hals und Sattel

Wie gesagt - der Lack war nicht mehr ok. Am Halsfuss und an der Kopfplatte ging Klarlack, Farblack und die seht harte Grundierung mit der Heissluftpistole runter, am Hals selber mit der Ziehklinge. Das zeug platzte regelrecht ab. Und darunter kam ein wunderschöner Mahagonihals zum Vorschein.

Der Hals wurde geschliffen und mit Danish Oil behandelt. Tolle Haptik. Die Lackierung mit Logo auf der Vorderseite der Kopfplatte wurde erhalten.

Der Sattel war aus Plastik und meit einem Holzstreifen unterfüttert. Nach dem Entfernen des Sattels stellte sich heraus, dass die Sattelnut wie bei Fender auf der Unterseite dem Griffbrettradius entsprach, aber ein Sattel mit gerader Unterseite eingebaut war. Das kann nicht funktionieren. Außerdem waren Seiten der Sattelnut nicht parallel zueinander.

Also Sattelnut korrigiert und einen neuen Knochensattel angefertigt.

 

Body & Elektrik

Der Lack war Mist. Und mich interessierte, wie das Holz aussah. Also runter. Aber das Zeug war hart. Erstmal mit Heissluft probiert. Das scheiterte. Der Klarlack und der schwarze Lack gingen zwar ganz gut, aber wie in den 80ern üblich war darunter eine dicke Schicht sauhartes Polyesterharz. Also schleifen.
 
Das ging auch nicht gescheit. Selbst mit einer 40er(!) Scheibe ging es kaum voran. Die Gefahr dabei ist dann auch, das die Oberfläche nicht mehr plan ist, da die Schleifscheibe an den Stellen, wo das Harz runter ist, mehr Material weg nimmt als gewollt. Ich entschied mich, die Schicht runterzufräsen und anschliessend kurz mit einer 320er Scheibe mit dem Excenterschleifer rüberzugehen. Das funktionierte gut.
 
Die Seiten wurden dann mit Bandschleifer und Walzenschleifer "entlackt" und Macken vom Schleifen mit Handschliff entfernt.
 
Danach dachte ich "jetzt die Kanten und gut". Weit gefehlt. Der Bass ist aus den 80ern, "Made in Korea". Aber damals waren die noch nicht auf dem Niveau von heute. Teilweise eher wie heute aus (billig) China. Die Kanten waren nur grob gearbeitet, dick mit Polyesterharz überzogen und dann in Form gebracht. Da half nur größere Radien anfräsen und dem Body eine weichere Kontour. Aber selbst mein größter Rundungsfräser schaffte nicht alles, so dass noch Handarbeit angesagt war..
 
4 kleine Fehlstellen auf der Rückseite ware mit Lackierspachtel verschlossen. Der wurde entfernt und ordentlich mit Holzkitt gearbeitet.
 
Nach dem Schleifen wurde der Body mit Clou Eiche dunkel gebeizt und anschliessend mit Hartöl (Rustin's Danish Oil) behandelt.
 
Das schwarz übersprühte Pickguard wurde vom Lack befreit. und auf Seidenglanz gebracht. Die Öffnungen für die Pickups wurden nachgearbeiet, da die neuen Warman Pickups (J Bass Classic für Bridge und Neck) etwas größer waren, als die Originalen. Da das Pickguard schief sass, wurden die Schraubenlöcher verdübelt und neu gebohrt.
 
Beim Einbau der Pickups stellte sich heraus, das beim Neck Pickup etwas nachgearbeitet werden musste, da die Radien der Fräsung einfach zu gross waren. Da die Öffnung vom Pickguard abgedeckt wird, konnte das mit dem Stechbeitel erledigt werden.
 
Die Elektrik wurde komplett neu aufgebaut (Potis, Buchse etc.).
 

Setup & Fertig

Setup war erst nicht so leicht. Der Halswinkel schien nicht zu stimmen. Und da war ein Luftspalt in der Halstasche. Nach viel Suchen stellte sich dann heraus, das 2 der alten Halsschrauben leicht krumm waren. Gegen Ende des Festziehens drückten sie den Hals vom Korpus weg. Schrauben ersetzt und das Problem war gelöst. Die Pickupfräsungen waren zu tief und somit die Pickups zu weit von des Saiten entfernt. Etwas unterfüttert dann stimmte der Abstand und der Bass hatte auf einmal deutlich mehr Bumms. Der Rest war Routine.
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